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Mind Mapping

© by Nicoguaro via Wikimedia, CC BY-SA 3.0

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Es gibt viele Arten zu Lernen. Eine davon ist das sogenannte Mind Mapping. Was Mind Mapping ist, welche Vorteile es bringt und wie man es nutzen kann.

Definition und Gründe für Mind-Map

Das menschliche Gehirn ist in zwei Hälften unterteilt. Nach neuesten Forschungen und Erkenntnissen geht man davon aus, dass jede Gehirnhälfte für bestimmte Aufgaben verantwortlich ist. Die rechte Gehirnhälfte bearbeitet die Raumwahrnehmung, Fantasie, Farbe, Rhythmus, Gestalt und Mustererkennung. Die linke Gehirnhälfte ist zuständig für rationales Denken, Logik, Sprache, Zahlen, Linearität und Analyse. Da unsere Denkprozesse im Gehirn verknüpft ablaufen, ist es sinnvoll auch den Lernprozess so zu gestalten. So sollten beim Lernen beide Gehirnhälften aktiviert werden, um durch diese Synergieeffekte unsere geistige Leistung zu erhöhen. Eine Lernmethode, die genau dies aufgreift, ist das Mind Mapping, das in den 70er Jahren von Tony Buzan entwickelt wurde.

Beim Lernen für z.B. eine Klausur bedienen sich Viele der stichpunktartigen, linearen Aufzählung. Das Problem ist nur, dass wir nicht linear denken, sondern vernetzt. Unser Gehirn springt dauernd von einem Thema zum anderen. Die Verknüpfungen, die wir innerhalb des Gehirns anfertigen, werden im Lernprozess meist nur unzureichend berücksichtigt. So aktivieren lineare Aufzeichnungen, wie Tabellen, Listen oder Mitschriften nur die linke Gehirnhälfte. Moderne Forschungen belegen zudem, dass 90% der Informationen in Fließtexten für den Erinnerungszweck irrelevant und somit zum Lernen unbrauchbar sind. Eine Mind Map dagegen erzeugt ein kreatives Ordnungssystem, in dem durch das Weglassen von Füllwörtern und die Beschränkung auf Schlüsselwörter, die Erinnerungsleistung erhöht wird.

So werden in einer Mind Map Informationen visualisiert und miteinander verknüpft. Die so entstandenen Assoziationsnetzwerke entsprechen genau der Funktionsweise unseres Gehirns. Durch die Übersicht und Struktur wird das limbische System zur Mitarbeit angeregt. Dabei hängen die meisten Assoziationen direkt an bestimmten Schlüsselwörtern. Es ist also nicht notwendig sich ganze Sätze oder Passagen auswendig zu merken. Die Assoziation mit den Schlüsselwörtern reicht meistens aus, um sich das Gelernte wieder in Erinnerung zu rufen. Dieses Prinzip der Assoziation hilft weiterhin dabei Gedanken zu entfalten und die Fähigkeit des Gehirns zur Kategorienbildung zu nutzen.

Aber wie sehen Mind Maps nun genau aus und wie fertigt man sie an?

Anfertigung einer Mind Map

Eine Mind Map wird als ein Papier im Querformat benutzt und in die Mitte des Blattes das Hauptthema geschrieben. So steht das Wichtigste im Mittelpunkt, womit dem Thema die größte Aufmerksamkeit zuteilwird. Um die recht Hirnhälfte zu aktivieren ist es sinnvoll mit Farben und Bildern zu arbeiten. So wird das Hauptthema mit einem passenden Bild illustriert oder mit Farbe hervorgehoben. Ausgehend von dem Hauptthema gehen verschiedene Äste zu den Unterthemen. Diese identifizieren die Struktur des Themas. Auf den Linien stehen die Schlüsselwörter zu den Unterthemen. Je nach Verzweigung und Umfang des Themas werden den Unterthemen dann weitere Äste hinzugefügt, die die Details weiter verdeutlichen. Um die Zusammenhänge der Unterthemen besser zu erkennen, ist es sinnvoll für unterschiedliche Themengebiete unterschiedliche Farben zu benutzen. So fällt zum einen die Abgrenzung untereinander, aber auch die Identifizierung zusammenhängender Themen leichter. Benutzt man dazu noch Symbole wie Pfeile, Ausrufezeichen oder kleine Bilder, wird der Inhalt leichter zu erfassen. Hat man einmal keinen Platz mehr auf dem Blatt, können Unterpunkte auf einem neuen Blatt als Mittelpunkt verwendet werden, um das Themengebiet so modular aufzugliedern.

Jeder Mind Mapping-Prozess besteht somit aus 3 wichtigen Schritten: Struktur, Schlüsselwörter und Verknüpfungen. Zuerst wird die Struktur des Themas erfasst und visuell verarbeitet. Danach werden die Informationen anhand präziser Schlüsselwörter in die Mind Map eingetragen. Zum Schluss werden innerhalb der Map Verknüpfungen zwischen einzelnen Punkten visualisiert.

Vorteile des Mind Mapping

Die Vorteile des Mind Mapping sind zahlreich. Die graphische Darstellung unterstützt beim Denken. Bereits ein kurzer Blick auf die Map verdeutlicht den Inhalt, da das zentrale Thema im Mittelpunkt steht. Durch das Anlegen von Ästen und Unterthemen erhält der Lernstoff eine Struktur und eine Hierarchie. Die weniger wichtigen Elemente stehen weiter am Rand. Hinzu kommt eine Zeitersparnis durch die Konzentration auf das Wesentliche. Es sind keine überflüssigen Informationen enthalten, die man sich sowieso nicht merken würde. Die Assoziation der Schlüsselwörter eignet sich zudem hervorragend zum Wiederholen von Lernstoff. Der Grundgedanke des Themas ist bereits verinnerlicht und die Mind Map eröffnet eine Rekonstruktion und fördert die Erinnerung. Des Weiteren ist die Mind Map stets offen für Erweiterungen, die man später hinzufügen kann. Da jede Mind Map einzigartig ist und sich dem Denkprozess unseres Gehirns angleicht, lassen sich Informationen leichter merken.

Nachteile dieser Lernmethode bestehen darin, dass sich das Gehirn meist erst an das Aussehen der Mind Maps gewöhnen muss. Durch die langjährige Nutzung linearer Aufzeichnungen zum Lernen ist das Gehirn einfach eher daran gewöhnt. Des Weiteren können nur diejenigen etwas mit der Mind Map anfangen, die diese auch angefertigt haben. Die speziellen Schlüsselwörter und die Assoziationen dahinter sind stark individuell geprägt. Das Teilen von Mind Maps wird dadurch erschwert. Zudem ist die Methode noch nicht wissenschaftlich belegt.

Anwendungen

Verschiedene Anwendungsmöglichkeiten sind durch das Mind Mapping geboten: Vorträge vorbereiten, Ideensammlungen und Brainstormings, Sachtexte strukturieren, Protokolle führen, Planung und Organisation oder Prüfungsvorbereitung. Gerade für die Prüfungsvorbereitung ist das Mind Mapping sehr gut geeignet, da eine Darstellung des Lernstoffes erarbeitet und später durch wiederholte Beschäftigung der gelernte Stoff gefestigt wird. Die übersichtliche Anordnung innerhalb der Mind Maps fördert die stabile Erinnerbarkeit über lange Zeiträume. Durch die Fokussierung auf Schlüsselbegriffe kann der Lernstoff fotografisch gemerkt und so in einer Prüfung reproduziert werden.

Software Tools

Am besten ist es die Mind Maps von Hand zu erstellen, da man sich dadurch die Inhalte besser merken kann. Dennoch können einige Softwareanwendungen dabei helfen durch Mind Maps zu lernen. Einige Anwendungen dafür sind XMind, Mind Manager, Freemind, Mind Mapper oder Concept Draw MindMap. So können in diesen digitalen Formen auch spezielle Äste mit Verweisen auf Dateien oder andere Quellen erstellt werden, sodass die Mind Map auch externe Datenquellen integriert. Neben traditionellen Einzelbenutzer-Werkzeugen existieren zudem vernetzte Lösungen, mit denen parallel von mehreren Benutzern an einer Mind Map gearbeitet werden kann. Diese Programme können vor allem für dezentrale Brainstormings und Informationssammlungen in Unternehmen eingesetzt werden.

Fazit

Eine Mind Map visualisiert den Lernstoff so wie das Gehirn funktioniert. Dadurch kann man sich effizienter an bestimmte Informationen erinnern. In Zusammenhang mit anderen Lernmethoden ist es eine gute Möglichkeit um sich für eine Prüfung vorzubereiten.

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Prokrastination – Morgen fange ich an

© Vic via flickr, CC BY 2.0, https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/

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Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen. Jeder kennt dieses Sprichwort nur allzu gut. Dennoch tut man es nur zu gerne, obwohl man es nicht sollte. Wichtige Aufgaben aufschieben. Sei es das Lernen für eine Prüfung, das Anfertigen von Bewerbungen oder eine Aufgabe für die Arbeit. Man schiebt die Arbeit auf, man denkt sich „das hat ja noch Zeit“. Stattdessen wird etwas ausgiebiger gefrühstückt, Facebook oder E-Mails gecheckt, alles nur nicht die Aufgabe, die man erledigen sollte. Doch ist Prokrastination, wie es angelehnt an das englische „procrastination“ auch genannt wird, nur eine lästige Charaktereigenschaft oder steckt sogar mehr dahinter?

Definition

In Websters Wörterbuch findet man unter „procrastination“ übersetzt: „Die Handlung oder die Gewohnheit des Aufschiebens, oder des Vertagens auf einen zukünftigen Zeitpunkt.“ Diese Definition erfasst jedoch nur Teilpunkte des Begriffes. Weiter versteht man unter Prokrastination eben den bewussten und aktiven Akt des Verschiebens, wobei es sich meist um unnötiges und irrationales Verschieben handelt. So lässt sich Prokrastination besser so beschreiben:

„Ein häufiges oder gewohnheitsmäßiges Verhalten von Menschen aktiv, unnötig und irrational notwendige Tätigkeiten auf zukünftige Termine, die meist vage und unbestimmt sind, zu verschieben, statt sie konsequent und pünktlich zu erledigen.“

Statt die anstehenden Aufgaben zu erledigen, widmet sich der Prokrastinator Ersatzhandlungen, die häufig weniger wichtig und manchmal auch unsinnig sind. Dabei sollte man weiter unterscheiden zwischen denen, die Aufgaben aufschieben, diese aber noch rechtzeitig fertigstellen und denen, die durch chronisches Aufschieben in Probleme in Arbeits- oder Privatleben geraten. Für die zweite Gruppe dieser Menschen ist Prokrastionation eine tatsächliche Arbeitsstörung, die behandelt werden sollte. Denn die Betroffenen leiden subjektiv darunter, da sie ihre Aufgaben gar nicht oder nur unter sehr großem Druck fertig stellen. Somit handelt es sich um ein ernsthaftes Problem der Selbststeuerung, für das es professionelle psychologische Hilfe gibt.

Die Schwierigkeiten von Prokrastinatoren liegen darin Prioritäten zu setzen. Sie leiden dadurch unter Minderwertigkeitsgefühlen, da sie Erfolg mit Selbstwert gleichsetzen. Sind die Aufgaben zu groß, deren Erfolgserlebnisse man bräuchte, fühlt man sich schnell überfordert. Anstatt die große Aufgabe in Angriff zu nehmen, ziehen Prokrastinatoren kleinere und einfachere Aufgaben vor, wie Aufräumen, Putzen oder E-Mails lesen. Da man durch die Bewältigung dieser kleinen Aufgaben eine schnelle Belohnung erhält, flüchtet man sich irgendwann mehr und mehr in belanglose Nebentätigkeiten. Chronisches Aufschieben beeinträchtigt allerdings auch das psychische Wohlbefinden und kann so selbst zur Ursache für andere psychische Belastungen und Symptome werden.

Dabei ist selbst ein kleiner erster Schritt schon ein Erfolgserlebnis. Wer aber selbst den Beginn der Aufgabe vor sich herschiebt, bekommt langfristig Probleme. Die 72-Stunden-Regel besagt, dass sich jemand innerhalb der ersten 72 Stunden zumindest mit dem ersten Schritt beschäftigen muss, sonst sinkt die Chance das Projekt überhaupt zu beginnen auf ein Prozent.

Haben Sie sich in dieser Definition wiedererkannt? Fürchten Sie nun die Folgen des Aufschiebens? Das müssen Sie nicht unbedingt. Denn Fakt ist auch, dass so gut wie jeder Mensch aufschiebt. In einer Studie gaben nur 2% der Menschen an, niemals aufzuschieben. Die Frage ist nun in welchem Maße man selbst von Prokrastination betroffen ist und wie eine chronische Störung behandelt werden kann.

Wer ist betroffen?

An der Universität Münster wurde bereits 2004 das Störungsbild der Prokrastination von zwei Studentinnen im Rahmen ihrer Diplomarbeit untersucht. Auch wenn sich die Ergebnisse, laut eigener Aussage, nicht ohne weiteres verallgemeinern ließen, stießen sich doch auf einige Merkmale. So schöben Männer häufiger auf als Frauen und das Verhalten lasse sich vermehrt gegen Ende des Studiums feststellen. Des Weiteren seien Aufschieber öfter in unstrukturierten Fächern zu finden, wie z.B. den Geisteswissenschaften. Der amerikanische Psychologe William Knaus behauptete, dass etwa 90 Prozent aller College-Studenten immer mal wieder wichtige Pflichten aufschoben. Unter anderem aus diesen Gründen wird Prokrastination oft auch als „Studentensyndrom“ bezeichnet. Jedoch ist es eine Arbeitsstörung, die in der Gesamtbevölkerung vorkommt. Vor allem Berufsgruppen, die überwiegend selbstgesteuert arbeiten, sind davon betroffen. Darunter fallen neben Studenten, eben auch Anwälte, Journalisten oder Lehrer.

Dabei kann man grob zwei unterschiedliche Typen von Aufschiebern identifizieren. Der „Erregungsaufschieber“ genießt das Hochgefühl Aufgaben in letzter Minute fertigzustellen. Er braucht das Adrenalin und den Druck um effektiv arbeiten zu können. Hierfür sind vor allem Berufsgruppen anfällig, deren Arbeitsalltag eher weniger aufregend ist. Der zweite Typ ist der „Vermeidungsaufschieber“. Er hält nichts von diesem Hochgefühl, sondern empfindet die Arbeit so negativ, dass er aus Selbstschutz aufschiebt. Die unangenehme Aufgabe wird verschoben, sodass man nicht enttäuschen oder versagen kann. Das Aufschieben ist dabei eine Möglichkeit, Erwartungen oder Konflikten aus dem Weg zu gehen.

So gut wie jeder schiebt mal eine Aufgabe vor sich her. Nur wenige erleiden starke Probleme dadurch. Doch woher kommt dieser Hang zum Aufschieben eigentlich?

Ursachen

Generell lässt sich über die Ursachen des Störungsbilds nichts Einheitliches sagen, da diese noch nicht hinreichend erforscht wurden. Einige Aspekte kann man jedoch bereits benennen. Durch das Nicht-Ausführen der unangenehmen Tätigkeit fallen kurzfristig negative Gefühle weg, was zu einer Spannungsreduktion führt. Im Sinne der Konditionierungstheorien kommt es dadurch zu einer negativen Verstärkung. Das Ausführen einer anderen, angenehmeren Tätigkeit hingegen, hat einen positiven Effekt und führt so zu positiver Verstärkung. So bringt der Prokrastinator dem Gehirn bei, aufschieben lohne sich.

Des Weiteren werden Idole und abschreckende Beispiele oft für chronische Prokrastination ausgemacht. Wie in vielen Aspekten des Lebens ist auch hier die Erziehung von besonderer Wichtigkeit. Lernt ein Kind bereits von den Eltern unliebsame Tätigkeiten aufzuschieben, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dies in älteren Jahren selbst zu praktizieren. Aber auch das Gegenteil kann eine Ursache darstellen. Perfektionismus kann zu Prokrastination führen. Da Perfektionisten eben alles perfekt erledigen wollen, schieben sie Dinge auf, da es nun mal immer möglich noch etwas zu verbessern. Durch das Aufschieben kommen Perfektionisten nicht zu einem Ende und können so die Aufgabe irgendwann noch perfekt abschließen.

Weiter Ursachen liegen bei der Einstellung zum Projekt selbst. Wird der Aufgabe eine geringe Bedeutung beigemessen oder besteht eine innere Ablehnung gegenüber der Tätigkeit und deren Auflagen, schieben Prokrastinatoren die Arbeit vor sich her. Darüber hinaus können unklare Anforderungen oder ganz einfach die Unfähigkeit das Projekt zu bewältigen, Gründe für chronisches Aufschieben sein. Schlussendlich spielen individuelle Versagensängste auch eine wichtige Rolle. Die Angst vor Kritik oder Versagen lähmt den Prokrastinator, sodass er lieber die Arbeit aufschiebt.

Ursachen für Prokrastination zusammengefasst:

  • Probleme in der Prioritätensetzung
  • mangelnde oder unrealistische Planung
  • Schwierigkeiten in der Abgrenzung gegen alternative Handlungstendenzen
  • Defizite im Zeitmanagement oder in der Konzentrationsfähigkeit
  • Abneigung gegen die Aufgabe
  • Angst vor Versagen oder Kritik
  • Fehleinschätzungen der Aufgabe oder der eigenen Anstrengungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit

Folgen – negativ wie positiv

Was sind nun die Folgen, die aus chronischem Aufschieben resultieren? Neben offensichtlichen Nachteilen, wie dem Verpassen von Anmeldefristen oder der schlechten Vorbereitung auf eine Prüfung, bestehen darüber hinaus weitere, auch psychische Folgen.

Ansehensverluste durch aufgeschobene Tätigkeiten resultieren aus Prokrastination. Dies dehnt sich auf die Arbeitswelt, aber auch auf den Privatbereich aus. Neben möglichen Karriereknicks durch andauerndes Aufschieben, erleidet man weitere Vertrauensverluste bei seinen Mitmenschen. Dadurch entstehen finanzielle und gesundheitliche Probleme. Werden z.B. mögliche Symptome von Erkrankungen ignoriert und ein Arztbesuch aufgeschoben, potenzieren sich die gesundheitlichen Beschwerden physischer als auch psychischer Natur. Am Anfang der Prokrastination steht meistens eine leichte Unzufriedenheit, die sich langsam steigert und im schlimmsten Fall in eine schwere Depression münden kann.

Neben all den negativen Folgen, die das Aufschieben mit sich bringt, kann es jedoch auch positive Aspekte mit sich bringen. So erfüllt allein das Vorhaben etwas in Angriff zu nehmen, jemanden mit einem Hochgefühl. Auch wenn die tatsächliche Tätigkeit nie in Angriff genommen wird, bleibt der positive Reiz dennoch bestehen. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass die Nicht-Erledigung des Projekts keine negativen Aspekte zu Folge hat. Das Aufschieben lässt den Traum weiter bestehen. In bestimmten Fällen kann es zudem sein, dass sich die Aufgabe von selbst erledigt, schiebt man sie nur lange genug vor sich her. So hat man sich die Arbeit dafür gespart und keine negativen Folgen sind entsprungen.

Hatte das Aufschieben jedoch negative Folgen und resultiert dies in einer psychologischen Missstimmung, existieren ein paar Ansätze zur Behandlung der Störung.

Behandlung

Prokrastination ist noch nicht in die gängigen Klassifikationssysteme psychischer Störungen aufgenommen worden. Dementsprechend existieren bisher kaum Behandlungsansätze, die auf die Behandlung chronischen Aufschiebens abzielen. Obwohl sich die Behandlung in vielen Fällen als schwierig gestaltet, ähnlich wie bei einer Depression, so gibt es doch einige Handlungsoptionen. Zuallererst ist es wichtig sich die Ursachen des Aufschiebens bewusst zu machen. Schiebt man eine Aufgabe nur auf, weil man nicht die nötige Qualifikation besitzt diese zu meistern, ist es sinnvoll diese Aufgabe komplett auf- oder abzugeben. In vielen harmlosen Fällen lässt sich das Problem also durch Selbstanalyse und Bewusstwerdung der Zusammenhänge und darauf folgende Selbstdisziplin lösen. Ziel einer jeden Behandlung sollte es demnach sein die eigene Selbststeuerung zu verbessern.

Einige Aspekte dieser Selbststeuerung können wie folgt aussehen:

  • Strukturierung des Arbeitsverhaltens
  • Setzen realistischer Ziele
  • Umgang mit Ablenkungsquellen und negativen Gefühlen
  • Systematische Veränderung der Arbeitsgewohnheiten
  • Konsequenzen verdeutlichen

Ein chinesisches Sprichwort besagt: „auch die längste Reise beginnt mit einem einzigen Schritt.“ So kann es sinnvoll sein, die Aufgabe in einzelne, kleine Arbeitsschritte zu unterteilen und so mit kleinen Schritten anzufangen. So nimmt man sich nicht zu viel auf einmal vor und kann sich für kleine Erfolge belohnen. Eine realistische Planung sorgt dafür, dass man sich den Arbeitsprozess genau vor Augen führt und so eine Strukturierung in den Arbeitsprozess bringt.

Der richtige Umgang mit seinen Emotionen ist ein weiterer wichtiger Aspekt. Lässt man sich von negativen Gefühlen runterziehen, gerät man schnell in eine negative Spirale. Redet man sich nur oft genug ein man könne die Arbeit sowieso nicht vollbringen, glaubt man es irgendwann selbst. Anstatt sich selbst Vorwürfe zu machen, sollte man lieber analysieren warum man an einem bestimmten Punkt nicht weiterkommt um darauf aufbauend eine Lösung des Problems zu entwickeln. Des Weiteren solle man sich für jeden Schritt in die richtige Richtung selbst belohnen.

Sich die Konsequenzen zu verdeutlichen, die entstehen, wenn man ein Projekt nicht abschließt, kann im ersten Moment noch mehr Druck erzeugen, auf lange Sicht aber hilfreich und heilsam sein. So führt man sich vor Augen wofür man die Arbeit auf sich nimmt und verfolgt dieses Ziel, auch wenn eine gewisse Abneigung gegen die Aufgabe per se besteht.

Haben einem diese Strategien nicht geholfen und sich das Aufschieben zu einer schwerwiegenden psychologischen Störung oder Depression gefestigt, ist eine psychologische Therapie vonnöten. Die Uni Münster hat dafür eigens eine Prokrastinationsambulanz erstellt. Aber auch eine normale psychologische Behandlung ist anzuraten.

Fazit

Prokrastination ist etwas, das jeden betrifft. Jeder schiebt mal eine lästige Aufgabe für eine Zeit lang auf. Solange man dadurch nicht in ernste Probleme gerät und die Arbeit immer fristgerecht erledigt, ist das alles kein Problem. Problematisch wird es jedoch, wenn aus dem chronischen Aufschieben ständige negative Folgen erwachsen. Auch dafür gibt es jedoch Hilfe und Therapien. Deshalb lieber heute als morgen die Dinge in Angriff nehmen.

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Digitalisierung an Schulen

Foto: Picture Alliance/DPA

Foto: Picture Alliance/DPA

Die Digitalisierung der Lebenswelt ist längst auch in den Schulen angekommen. Lernen per Computer, Tablet oder Smartphone bildet die Zukunft des Lernens. Auch Experten sind sich sicher: Die fortschreitende Digitalisierung wird in den nächsten Jahren unser Verständnis von Bildung nachhaltig verändern. Doch ist dies überhaupt der geeignete Weg? Eine Diskussion über die Digitalisierung des Lernens.

Computer sind heutzutage überall. Bei uns zu Hause, am Arbeitsplatz, sogar in unseren Hosentaschen. Kinder wachsen heute in der digitalen Welt auf. Sie lernen von Kindesbeinen die Bedienung digitaler Geräte und die Nutzung des Internets. So war es nur eine Frage der Zeit bis die Digitalisierung, die jeden Lebensbereich eingenommen hat, auch in den Schulen und beim Lernen Anwendung findet. Bereits heute schmücken Smart-Boards und Computer die Klassenräume der Schulen. Andere gehen sogar noch weiter und integrieren digitale Inhalte, z.B. durch Tablet-Klassen, direkt in den Unterricht. Die Idee: auch auf die Nutzung digitaler Geräte und dem Umgang mit dem Internet müssen Kinder vorbereitet werden. Da es für die meisten Arbeitsstellen heutzutage unerlässlich ist, stationäre und mobile Endgeräte zu bedienen, kommt diesem Umstand eine besondere Bedeutung zu.

Die internationale Vergleichsstudie „International Computer and Information Literacy Study“ (ICILS) hat die Medienkompetenzen, sowie den sicheren Umgang mit Computer- und Informationstechnik von Schülerinnen und Schülern der achten Klasse erfasst und untersucht. Auch sie sind der Auffassung, dass mit den rasanten technologischen Entwicklungen und der fortgeschrittenen Technisierung aller Lebens- und Arbeitsbereiche, die Bedeutung der Fähigkeiten, medial vermittelte Informationen auszuwählen, zu verstehen, zu nutzen und zu kommunizieren, kontinuierlich zunimmt. Laut den Entwicklern der Studie liegt es in der Verantwortung der Schulen, sowohl fachbezogene Kompetenzen als auch fachübergreifende Schlüsselkompetenzen zu fördern. Die Studie untersuchte u.a. die Fähigkeit der Schüler Technoligen zur Nutzung von Informationen zu nutzen oder gefundene Informationen auf Qualität und Nützlichkeit zu überprüfen. In einem Umfang von 20 Ländern lagen deutsche Schülerinnen und Schüler nur im Mittelfeld dieser Studie.

Doch ist die Digitalisierung des Lernens überhaupt der richtige Weg? Oder leidet die Effektivität des Lernens unter der Zuhilfenahme digitaler Mittel? Eine Diskussion über die zunehmende Digitalisierung in Schulen.

Die Nachteile

Ein Argument, das von einigen Kritikern der Lerndigitalisierung oft gebraucht wird, ist, dass Computer nicht automatisch den Unterricht verbessern. Es braucht eines durchdachten Plans die Inhalte auch gerätegerecht anzuwenden. Des Weiteren ergaben viele Studien aus der Lernpsychologie, dass nonverbale Kommunikation, wie Blicke und Stimmlagen, entscheidend sind für den Lernerfolg. In Deutschland weisen Publizisten wie Gerald Hüther seit Jahren auf den Zusammenhang von menschlicher Beziehung, Lernmotivation und Lernerfolg hin. Die fehlende menschliche Interaktion beim digitalen Lernen, führe teilweise dazu, dass Kinder und Jugendliche weniger Emotionen oder Körpersprache deuten könnten, wenn zu viel automatisiertes Lernen per Computer stattfindet. Andere Studien zeigen, dass Kinder mit häufigem Tabletkonsum sich sprachlich schlechter entwickeln. Die Konzentration auf die Wischbewegung bei Tablets und Smartphones konditioniert vor allem junge Schüler zu dieser Art von Bewegung und hemmt somit auch den Lernprozess.

Die Vorteile

Langfristig könnte jeder Schüler, wie es in Laptopklassen bereits der Fall ist, mit einem eigenen Notebook oder iPad in die Schule kommen, sich dort oder auch zu Hause in eine mobile Lernumgebung einloggen und im Gerät seine Schulbücher und -aufgaben vorfinden und bearbeiten. Das European Schoolnet (EUN), ein Netzwerk von 31 europäischen Bildungsministerien, gibt das Ziel einer 1-zu-1-Pädagogik vor: Jeder Schüler soll ein eigenes Endgerät haben, damit recherchieren, Aufgaben lösen und in Kontakt mit den Lehrern treten.

In einer Studie der Firma Acer wurden Net- und Notebooks an Klassen aus Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, der Türkei und dem Vereinigten Königreich übergeben: Über die Ländergrenzen hinweg ergab sich folgendes: 71 Prozent der Befragten fanden, dass der Einsatz von Netbooks die Lernmotivation fördere. Das meinten vor allem die Lehrer (80 Prozent) und Eltern (75 Prozent), während die Schüler selbst nur zu 58 Prozent dieser Meinung waren. Über 60 Prozent der Lehrer in allen Ländern hatten nach einem Jahr Netbook-Einsatz den Eindruck, dass sich die Atmosphäre in der Klasse und die Kommunikation zwischen Lehrern und Schülern verbessert hätten und das Lernen individueller geworden sei: Die Schüler hätten besser in ihrem eigenen Tempo arbeiten und ihren eigenen Interessen folgen können. 82 Prozent der Lehrer wollten die Netbooks auch im nächsten Jahr gerne wieder einsetzen und ihren Gebrauch auch ihren Kollegen empfehlen. Immerhin 44 Prozent der deutschen Schüler gaben an, sie hätten den Lernstoff dank der Netbooks leichter verstanden, 41 Prozent fühlten sich beim Lernen unabhängiger und konzentrierter, und 37 Prozent konnten sich ihren Lernstoff besser merken, wenn sie ihn sich mit Net- oder Notebook erarbeitet hatten.

Wenn Net-, Notebooks oder Tablets geschickt in bestimmten Unterrichtsphasen eingesetzt werden, können sie also die Schülermotivation und Lernleistung erhöhen und die Medienkompetenz verbessern.

Weitere Vorteile:

  • Mit Animationen und Filmen können Lehrer manche Stoffe besser erklären.
  • Digitale Inhalte sind leichter zu aktualisieren als Bücher, und die Schüler sind es heutzutage einfach gewöhnt, mit digitalen Medien umzugehen.
  • Durch sogenannte MOOCs (Massive Open Online Courses) können sich Schüler das Lerntempo und den Zeitpunkt des Lernens selbst aussuchen und sind so flexibler.

Fazit

Die Digitalisierung an Schulen bietet sowohl Vor- als auch Nachteile. Einfach das Internet und Computer in das Bildungssystem zu integrieren und darauf zu hoffen, dass es automatisch ein gutes Resultat ausspuckt, ist unrealistisch. Wie bei anderen Lerninhalten auch, muss die Digitalisierung logisch und passend in den Lernplan eingebunden werden. Dabei müssen neue Entwicklungen mit in Betracht gezogen werden. Die Hauptaufgabe der Schulen besteht darin den Schülern Fähigkeiten zu vermitteln, die sie für den Erfolg in der Welt von morgen brauchen. Und dazu gehört eben auch der Umgang mit digitalen Inhalten, dem Internet und Computern. Dadurch verändern sich nicht nur die zu lehrenden Stoffe, sondern das Lernen selbst. Somit bietet die Digitalisierung keinen Ersatz für das klassische Lernen, sondern vielmehr eine Ergänzung zum Unterricht, der weiter mit menschlicher und sozialer Interaktion fundamental für die Ausbildung von Schülern ist.

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Kaufmännische Aus- und Weiterbildung

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Über 170.000 motivierte Arbeitnehmer starteten 2015 eine kaufmännische Ausbildung. Das ist in etwa jeder dritte Auszubildende am Gesamtangebot in Deutschland. Dabei gibt es viele verschiedene Ausbildungsberufe, die in diese Kategorie fallen. Dieser Artikel beschreibt die fachlichen Inhalte und Kompetenzen der Ausbildung sowie Möglichkeiten zu Weiterbildungen und somit dem Aufstieg auf der Karriereleiter.

Inhalte der Ausbildung

Wie bereits erwähnt, gibt es nicht den einen kaufmännischen Ausbildungsberuf. Die Bereiche, in denen man arbeiten kann, sind weit gestreut. Vom Kaufmann/-frau im Einzelhandel, über Kaufmann/-frau im Büromanagement, sowie in den Bereichen Hotel, Gastronomie, Immobilien, Marketingkommunikation, Logistik und vielen mehr: In so gut wie jedem Wirtschaftsbereich ist eine Ausbildung als Kaufmann oder Kauffrau möglich. Generell lässt sich über die Aufgaben eines Kaufmannes/ einer Kauffrau sagen, dass sie in Schnittstellen agieren. Sie stehen meist sowohl mit Kollegen als auch mit Kunden in Kontakt. Darüber hinaus zählen gewisse Verwaltungstätigkeiten zu den Aufgabenbereichen in der kaufmännischen Ausbildung. Die Arbeit am Computer und eine gewisse Kommunikationsstärke sind Grundvoraussetzungen für einen kaufmännischen Beruf. Des Weiteren kann eine Zahlenaffinität nicht schaden. Voraussetzungen für eine kaufmännische Ausbildung sind in der Regel ein guter Realschulabschluss oder Abitur.

Als Bürokaufmann/-frau arbeitet man üblicherweise am Schreibtisch, beschäftigt sich mit Rechnungen, der Verwaltung und der Betriebsorganisation. Kaufmännische Berufe in der Logistikdienstleistung beschäftigen sich mit der Frage wann und wie Güter in die ganze Welt verschickt werden oder wo diese zwischengelagert werden. Im Bereich Versicherungen und Finanzen berät man Kunden in Versicherungsfragen und Kapitalanlagen. Die Angebotsspanne für Ausbildungen im kaufmännischen Bereich sind also enorm. Je nach Interessen und Fähigkeiten lässt sich schnell für Jeden etwas finden.

Aufstiegschancen

Wie sieht nun der klassische Karriereweg im kaufmännischen Bereich aus? Im Rahmen einer Weiterbildung ist es möglich einen Fachwirt zu erlangen. Diese von der IHK angebotenen Weiterbildungsangebote helfen dabei sich zusätzliche Qualifikationen anzueignen und so in höhere Positionen innerhalb des Unternehmens aufzusteigen. Fachwirte sind dabei Branchenspezialisten in ihrem Wirtschaftszweig.

Die IHK beschreibt Fachwirte wie folgt:

Im kaufmännischen Bereich kommt den umfassend ausgebildeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die mit den spezifischen Problemen ihres Wirtschaftszweiges und der Verflechtung des Unternehmens am Markt vertraut sind, große Bedeutung zu. Als Branchenspezialisten verfügen die Fachwirte über ein breit angelegtes Berufsprofil mit umfassenden Kenntnissen der betrieblichen Zusammenhänge und Erfahrungen in ihrem Wirtschaftszweig. Sie nehmen Führungsaufgaben wahr und sind für die Koordination zwischen betrieblichen Bereichen, die Zusammenarbeit im Unternehmen und die Führung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verantwortlich. (Quelle: http://www.frankfurt-main.ihk.de/berufsbildung/ihk-bildungszentrum/pruefung/fachwirt/)

Voraussetzung zu einer Weiterbildung zum Fachwirt ist mindestens eine abgeschlossene Berufsausbildung von 3 Jahren Laufzeit, sowie Praxiserfahrung. Die Dauer der Weiterbildung hängt stark von der zeitlichen Belastung des Lernenden ab. So ist es auch möglich die Weiterbildung, z.B. per Fernstudium, neben dem Beruf in Angriff zu nehmen. Als Richtwert für die Weiterbildung zum Fachwirt werden 1,5 Jahre angesetzt. Die Ausbildung zum Fachwirt bereitet die Absolventen auf Führungsaufgaben im mittleren Management vor, die nach erfolgreicher Weiterbildung Aufgaben in Organisation, Planung, Finanzen, Marketing und Vertrieb wahrnehmen können. Angebote der IHK sind dabei meist zweigeteilt. Der erste Teil beinhaltet die wirtschaftsbezogene Qualifikation und der zweite Teil die handlungsspezifische Qualifikation. Zur wirtschaftsbezogenen Qualifikation zählen Themen wie BWL, VWL, Rechnungswesen, Recht, Steuern und Unternehmensführung. Die handlungsspezifische Qualifikation beinhaltet u.a. die Grundlagenkenntnisse der jeweiligen Disziplin, Management, Marketing sowie branchenspezifische Kompetenzen. Die Kosten der Ausbildung belaufen sich dabei auf 2.000 bis 2.500 €.

Einige Unternehmen bieten außerdem ein Duales Studium im Anschluss an die Ausbildung an um weitere Kompetenzen zu erlangen. Eine Weiterbildung bringt nicht nur eine höhere Qualifikation, sie signalisiert auch noch hohes Engagement, Disziplin und Bereitschaft dem Arbeitgeber gegenüber. Aus dieser Perspektive ist eine Weiterbildung auf jeden Fall lohnenswert.

Weiterbildungsangebote

Anbieter zur Vorbereitung auf Weiterbildungsangebote zu Fachwirten oder Fachkaufmännern/-frauen lassen sich gut finden. So bietet der U-Form Verlag viele Möglichkeiten sich auf die Prüfungen vorzubereiten. Neben klassischen Printangeboten steht hier zudem eine E-Learning Anwendung bereit. Nähere Informationen hier. Durch eben diese Verknüpfung von analogen und digitalen Lernangeboten wird die Vielfalt der Materialien auf eine breite Basis gestellt. Weitere Anbieter von Fernstudien finden sich bei der sgd, ils oder Carriere & More. Durch diese Art der Weiterbildung ist es möglich die eigenen Kompetenzen neben dem Beruf auszubauen.

Wer jedoch eine persönlichere Betreuung vorzieht, liegt bei den Präsenzangeboten richtig. Hier kann man direkt vor Ort die Weiterbildung vollziehen und sich von den Weiterbildungsleitern beraten und vorbereiten lassen. Dies hat den Vorteil, dass man direktes Feedback der Lehrenden erhält und sich so verbessern kann. Für dieses Angebot stehen einige Weiterbildungsakademien zur Verfügung. Beispiele hierfür sind die Ebam Business Akademie oder die Volkshochschulen der vhs.

Fazit

Eine kaufmännische Ausbildung bietet eine spannende und abwechslungsreiche Tätigkeit sowie eine breite Aufgabenspanne. Die Branchenreichweite wird von keiner anderen Ausbildung erreicht. Somit wird man ideal auf die Arbeitswelt in der Wirtschaft vorbereitet. Durch gezielte Weiterbildung sind die Aufstiegschancen zudem mehr als gut. Laut den Umfragen der IHK lohnen sich Weiterbildungen im kaufmännischen Bereich sehr. Für 62% der Befragten hatte die Weiterbildung positive Auswirkungen auf die berufliche Karriere. 74% der Befragten stieg dabei im Unternehmen auf und erhielt weitere Kompetenzen und Verantwortungen. 69% verbesserten sich finanziell. Somit hat eine Weiterbildung weitreichende positive Effekte. Jedem, der über einen Berufsweg in Wirtschaft und Industrie nachdenkt, steht mit der kaufmännischen Ausbildung ein breites Angebot zur Verfügung. Für diejenigen, die bereits eine Ausbildung abgeschlossen haben, ist eine Weiterbildung sehr zu empfehlen.

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Emotionale Intelligenz – wichtiger als IQ?

Erfolgsfaktor für Karriere und berufliches Leben

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Was macht einen Menschen intelligent? Wie bemisst man Intelligenz? Gilt die lange verwendete und heute noch oft zitierte Formel, je höher der Intelligenzquotient (IQ), desto intelligenter der Mensch? Oder ist die von David Goleman beschriebene Emotionale Intelligenz, wie aus seinem Buch von 1995 bekannt, der richtige Gradmesser? Was es mit Emotionaler Intelligenz und deren Auswirkungen auf die eigene Karriere auf sich hat und wie es sich vom IQ unterscheidet.

Was ist Emotionale Intelligenz?

Bereits 1990 wurde der Begriff der Emotionalen Intelligenz von den Psychologen John D. Mayer und Peter Salovey eingeführt, bevor David Goleman in seinem gleichnamigen Buch den Begriff populär machte. Der Begriff beinhaltet eigene und fremde Gefühle wahrzunehmen, zu verstehen und zu beeinflussen. Somit ist es eine Erweiterung der klassischen Vorstellung von Intelligenz, die die rein kognitiven und akademischen Fähigkeiten heranziehen, um die Intelligenz einer Person zu beziffern. Diese Art des Lösens logischer Rätsel oder Aufgaben spiegelt jedoch eher die kognitive Intelligenz wieder. Eben nur eine Art von Intelligenz. Andere Facetten wie eben die emotionale, die sprachlich-linguistische oder die bildlich-räumliche Intelligenz werden bei der Bestimmung der menschlichen Intelligenz meist außer Acht gelassen.

Emotionale Intelligenz wird vor allem dadurch definiert Emotionen zu kennen, zu beeinflussen und in die Tat umzusetzen. Diese Fähigkeiten liegen dem Fakt zugrunde, dass Menschen ihre Emotionen bewusst steuern können. Die Meisten fühlen sich jedoch ihren Emotionen ausgeliefert, anstatt sich selbst zu beruhigen und so negative Gefühle abzuschwächen. Weiter ist eine ausgeprägte Empathie der Grundstein für Emotionale Intelligenz. Ist man in der Lage versteckte Signale und Verhaltensmuster Anderer zu erkennen und so herauszufinden, was der Gegenüber braucht oder will, ist man in der Lage eine fundierte Beziehung zu anderen Menschen aufzubauen. Allerdings verschweigt auch Goleman in seinem Buch nicht, dass Empathie auch dazu genutzt werden kann, andere Menschen zu manipulieren und negativ zu beeinflussen.

Menschen mit emotionaler Intelligenz

  • besitzen ein realistisches Selbstbild.
  • können ihre Emotionen steuern.
  • können sich und andere motivieren.
  • können mitfühlen.
  • besitzen soziale Kompetenz.
  • sind gute Gesprächspartner.

Man mag sich jetzt denken, das ist alles sehr interessant, doch was hat das mit Beruf und Karriere zu tun?

Ansätze für Beruf und Karriere

Die Psychologen, die hinter dem Konzept der Emotionalen Intelligenz stehen, behaupten, dass dieser Umgang mit Emotionen einen großen Einfluss auf Beruf und Karriere hat. So wird der fachlich beste Arbeiter im Beruf scheitern, wenn es ihm an Emotionaler Intelligenz mangelt. Als ein gern genommenes Beispiel erscheint die Figur des Sheldon Cooper aus der TV-Serie ‚The Big Bang Theory‘. Ist dieser zwar fachlich überaus intelligent und besitzt einen hohen IQ, hat er doch Probleme im zwischenmenschlichen Bereich. So fällt es ihm schwer Emotionen seiner Mitmenschen zu erkennen und gerät deshalb oft in missliche Lagen. Somit ist die Arbeit von Goleman & Co. auch ein Beitrag auf die Frage nach Erfolg im Leben und Beruf.

Es existieren bereits empirische Studien, die zeigen, dass Menschen mit ausgeprägter Emotionaler Intelligenz im beruflichen und privaten Leben erfolgreicher sind. Sie leiden zudem weniger an psychischen Störungen, haben bessere persönliche Beziehungen, sind zufriedener und weniger anfällig für schlechte Angewohnheiten, wie Rauchen oder ungesunde Ernährung. Emotionale Intelligenz kommt eine gehobene Präferenz bei der Führung von Mitarbeitern und so vor allem im Personalbereich zu. So koordinieren und fördern Führungskräfte die Ressourcen ihrer Mitarbeiter. Dabei hilft ihnen Emotionale Intelligenz wichtige Fähigkeiten der Kollegen zu erkennen und diese voranzubringen. Somit kann ein besseres Arbeitsklima geschaffen und die Produktivität gesteigert werden. Darüber hinaus zeichnet Menschen mit hoher Emotionaler Intelligenz eine hohe Frustrationstoleranz aus, die ja sehr hilfreich im allgemeinen Arbeitsalltag sein kann. Laut Goleman fließen heute bereits über 50% der Bewertung eines Bewerbers über Emotionale Intelligenz in den Bewerbungsprozess mit ein. Das fachliche Wissen und der IQ würden nur jeweils zu 25% mit einbezogen.

Kann man Emotionale Intelligenz lernen?

Ähnlich wie bei der kognitiven Intelligenz, die durch Aufgaben und Inhalte gesteigert werden kann, stellt sich auch bei der Emotionalen Intelligenz die Frage: Kann man das lernen? Die Antwortet lautet: teilweise. Es ist nicht so einfach durch bestimmte Aufgaben seinen EQ (Emotionaler Intelligenzquotient) zu steigern. Es gibt jedoch ein paar Tipps, durch die diese Kompetenz erweitert werden kann. So sind ein höheres Selbstbewusstsein und die Fähigkeit sich selbst zu reflektieren und seine Emotionen zu managen auf gewisse Weise erlernbar. Eine Möglichkeit besteht darin, Achtsamkeit zu üben. Dies funktioniert am besten, wenn man die eigene Aufmerksamkeit auf die Gegenwart richtet. So ist man besser auf Stresssituationen vorbereitet und kann besser auf diese reagieren. Ein zweiter Tipp: Selbstgespräche führen. Klingt zuerst etwas merkwürdig, hat aber durchaus seine Wirkung. Selbstgespräche funktionieren nämlich wie ein Ventil für negative Emotionen. Dadurch lassen sich Emotionen, wie Wut, Trauer und Frust besser verarbeiten. Durch eine Strukturierung der Gedanken fallen Entscheidungen leichter, die man laut ausgesprochen hat. Selbstgespräche helfen sowohl Stress abzubauen, als auch Aggressionen zu reduzieren und sorgen für einen differenzierteren Blick auf die Dinge. Des Weiteren merkt man sich etwas besser, wenn man es gehört hat, als wenn man es sich lediglich gedacht hat.

Fazit

Emotionale Intelligenz ist also ein wichtiger Faktor für den Beruf, aber auch im Leben an sich. Das Erkennen und Kontrollieren der eigenen Emotionen, aber auch die Beziehung zu anderen Menschen machen diese Art der Intelligenz aus. Wichtig für Führungskräfte im Beruf, ist es ein relevantes Kriterium für Bewerbungen und Mitarbeiterbewertungen. Schließlich arbeitet man in einem Unternehmen immer auch in einer Gruppe. Dabei ist es umso wichtiger im Team zu denken und sich in diese emotional einfinden zu können, um erfolgreich zu arbeiten. Achtet man auf ein paar Details, lässt sich Emotionale Intelligenz sogar lernen und verbessern. Wer also im Beruf erfolgreich sein will, sollte diese Facette nicht außer Acht lassen.

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Konzentration trainieren für erfolgreiches Lernen

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Wer kennt das nicht? Man lernt für eine Prüfung, aber die Gedanken wandern ständig woanders hin. Schließlich gibt es interessantere Dinge, die der Aufmerksamkeit bedürfen. So nimmt man sich zwar vor zu lernen, kommt am Tag dann aber doch zu nichts. Was es mit der Konzentrationsschwäche auf sich hat und wie man lernen kann sich zu konzentrieren findet ihr hier.

Ablenkungen

Ablenkungen treten in vielerlei Hinsicht auf. Externe Ablenkungen entstehen durch Sinneseindrücke, so z.B. durch Bewegungen, Gerüche, Hitze, Kälte und Lärm. Innere Ablenkungen entstehen dadurch, dass das Gehirn abschweift und auf Erinnerungen und Emotionen zurückgreift. Somit ist es wichtig seine Sinne während des Lernens im Griff zu haben. Denn nach jeder Unterbrechung braucht es einer erneuten Einarbeitungszeit in die Materie. Da auch für das Lernen nur eine begrenzte Energie zur Verfügung steht, die irgendwann aufgebraucht ist, stellen Unterbrechungen einen Energieverlust dar, der durchaus vermeidbar ist.

Funktionen im Gehirn

Das Gehirn braucht ständig neue Informationen. Bekommt es diese nicht von außen vermittelt, holt es sich diese von innen. Es erschafft Bilder und Erinnerungen, die unsere Aufmerksamkeit beeinträchtigen. Dadurch ist es wichtig stets einer Herausforderung nachzugehen, wenn man für eine Prüfung lernt. Den idealen Zustand für die Lernphase beschrieben US-Wissenschaftler als Flow. Es beschreibt die Lage, in der man sich völlig einer Aufgabe hingibt und die Zeit wie im Nu verfliegt. Alles scheint zu funktionieren und man fühlt sich wie im Fluss. Um diesen Zustand zu erreichen, benötigt es Training und Selbstkenntnis.

Der Flow-Zustand befindet sich nämlich in einem Gleichgewicht zwischen Über- und Unterforderung. Sind wir beim Lernen unterfordert, empfinden wir Langeweile und das Gehirn driftet ab. Ist uns der Lernstoff allerdings zu schwierig, fühlen wir uns überfordert und geraten in Stress. In gestresstem Zustand sind wir aber weniger lern- und aufnahmefähig. Idealerweise passt man also die Herausforderung des Lernstoffs den eigenen Fähigkeiten an.

Konzentration lernen

Durch einige Tipps und Tricks ist es durchaus möglich sich Konzentration anzueignen. Sogar mehr als das. Durch gezieltes Training ist es denkbar einen Zustand der unbewussten Kompetenz zu erreichen, in dem die Prozesse des Lernens automatisch ablaufen. Für den Anfang genügt es jedoch durch einige simple Techniken die eigene Konzentrationsfähigkeit hoch zu halten. Grundlegend sind eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf sowie sportliche Betätigung als Basis für eine gesteigerte Konzentrationsfähigkeit. Alle diese Elemente helfen dabei die Fähigkeit sich zu konzentrieren zu steigern. Verschreibungspflichtige Medikamente können zwar kurzfristig helfen, sind langfristig aber eher mit Risiken behaftet. Besser ist es sich um folgende Aspekte zu kümmern:

Arbeitsplatz einrichten

Der richtige Arbeitsplatz ist essentiell wenn es um erfolgreiches Lernen geht. So sollte man sich zu allererst einen Platz suchen, an dem man tatsächlich nur arbeitet. Je mehr Aktivitäten man an diesem Ort noch durchführt, desto geringer ist die Konzentrationsleistung. Eine gute Ausleuchtung des Arbeitsplatzes und eine aufrechte Haltung während des Lernens verbessern die Fähigkeit zur Konzentration weiter. Idealerweise ist man an seinem Arbeitsplatz von so vielen äußeren Ablenkungen wie möglich befreit. Treten doch Ablenkungen jedweder Art auf, die sich nicht beseitigen lassen, ist es wichtig diese zu akzeptieren. Je mehr man sich dagegen sträubt, desto mehr sinkt die Aufmerksamkeit für den Lernstoff.

Emotionale Komponenten

Wie wir vorhin gelernt haben, können Emotionen interne Ablenkungen darstellen. Dies geschieht zum einen dadurch, dass man sich selbst verurteilt, wenn mal etwas nicht so gut funktioniert wie es sollte. Hier rät es sich eine hohe Frustrationstoleranz aufzubauen. Redet man sich selbst oft genug ein, man könne es eh nicht lernen, glaubt man es irgendwann tatsächlich. Anstatt sich also vorzuwerfen etwas nicht gut genug zu können, sollte man eher analysieren warum es gerade jetzt nicht so gut zu erlernen ist. Vielleicht stecken ja andere Gründe dahinter als die eigene Unzulänglichkeit. Darüber hinaus sollte man sich auch eingestehen, dass es in Ordnung ist, wenn mal etwas nicht auf Anhieb klappt. Setzt man sich kleine Ziele und feiert diese angemessen, merkt man schnell wie die Motivation zurückkehrt.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, das eigene Interesse für das gerade gelernte Thema zu wecken. Besteht mal kein wirkliches Interesse am Lernstoff, ist es wichtig dieses trotzdem hervorzurufen. Anstatt sich also zu denken „Ich muss jetzt…“ sollte man sich bewusst für das Lernen entscheiden und sich das Ziel vor Augen führen, das man damit erreichen will. Setzt man sich darüber hinaus noch eine Belohnung für das Absolvieren einer bestimmten Aufgabe, steigt das Interesse am Lernstoff von ganz allein.

Pausen und Ausgleich

So wichtig der Flow-Zustand beim Lernen auch ist, so sind Pausen und ein Ausgleich zum Lernen fast ebenso wichtig. Bereits nach 20 Minuten lernen, fangen wir an zu ermüden und unsere Aufmerksamkeit lässt nach. Für die Zeit nach einer Lernphase sind Aktivitäten wie Sport, Lesen oder kreative Tätigkeiten gut dafür geeignet, sich wieder zu erholen und dem Gehirn eine Pause zu verschaffen. Für ein reibungsloses Lernerlebnis kann es hilfreich sein feste Abläufe und Rituale zu etablieren. Somit stellt sich das Gehirn mit der Zeit automatisch auf die verschiedenen Phasen ein.

Software-Tools zur Hilfe für Lernen am PC

Wer viel am PC lernt und sich selbst dabei nicht allzu gut im Griff hat, kann auch auf einige Software-Tools zurückgreifen, die einem helfen, sich nicht zu sehr ablenken zu lassen. Gadgets wie SelfControl, Cold Turkey oder Anti-Social blockieren für eine gewisse Zeit Webseiten, die eine solche Ablenkung darstellen könnten. Man erstellt ganz einfach eine Liste von Seiten, z.B. Facebook, Twitter, YouTube etc. und stellt die Zeit ein, wie lange diese blockiert werden sollen und schon ist der Zugriff darauf nicht mehr möglich. Gerade für digitale Lerner ein paar wichtige Werkzeuge um bei der Stange zu bleiben.

Mit Konzentration zum Erfolg

Konzentration ist also durchaus beeinflussbar. Schafft man sich eine angenehme Arbeitsumgebung, lässt sich von kleinen Hindernissen nicht aus der Bahn werfen und bringt sich selbst in den Flow-Zustand, ist eine Lernphase deutlich effektiver. Allen Ablenkungen kann man wohl nie entgehen und Pausen zur Erholung sind auch wichtig. Dennoch lässt sich der Lernprozess durch einige kleine Tipps strukturieren und optimieren.

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Oh Weihnachtszeit, oh Weihnachtszeit

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Es ist mal wieder soweit. Die Weihnachtszeit steht an. Viele Studenten, Schüler oder Auszubildende fiebern den Weihnachtsferien entgegen. Wieder andere nehmen sich Urlaub über die letzten Tage des Jahres. Es ist eine Zeit um abzuschalten, um einmal durchzuatmen. Man lässt das Jahr Revue passieren und entspannt mit der Familie. Dummerweise geht es nach den Ferien direkt weiter mit Klausuren, Prüfungen oder Ähnlichem. Deshalb, auch in der Weihnachtszeit das Lernen nicht vernachlässigen.

Entspannung über Weihnachten

Man kennt das ja. Der Dezember geht voran, in den Fenstern der Häuser und Wohnungen blinken die Lichter und im Haus werden die ersten Kerzen angezündet. Die Weihnachtszeit ist wieder da. Mit nur noch wenigen Tagen bis zum Heiligen Abend werden die letzten Weihnachtsgeschenke besorgt, ein Baum ausgesucht und Kekse gebacken. Es ist eine beschauliche Zeit. Aber es gibt auch noch etwas zu tun. Studenten besuchen ihre letzten Vorlesungen bevor es nach Hause und auf die Weihnachtsvorbereitung zugeht, Azubis und Angestellte erledigen die letzten Projekte, bevor ein Urlaub ansteht. Ist es dann soweit und Weihnachten ist endlich da, heißt es für die Meisten erstmal eines: entspannen! Schließlich hat man sich das redlich verdient. Das Jahr über wurde geackert und gelernt bis der Schädel brummt. Da darf man ja wohl zu Weihnachten eine kleine Pause einlegen! Und Recht habt ihr damit. Schließlich braucht das Gehirn auch mal Zeit zur Regeneration und Entspannung. Jedoch sollte man auch das Gehirn nicht zu lange vom Lernstoff fernhalten.

Lernen in den Ferien oder im Urlaub – wer macht denn so was?

Gerade Studenten hier in Deutschland kennen die Problematik. Kaum sind die Feiertage und Silvester vorbei, geht es schnurstracks auf die Klausuren zu. Hier kann es sich dann rächen, wenn man zu lange auf der faulen Haut gelegen hat. Schließlich gibt es da so etwas wie die Vergessenskurve. Diese besagt, dass man mit zunehmender Zeit immer mehr von dem erlernten Stoff vergisst. Schon nach wenigen Tagen ist nur noch ein Bruchteil des Erlernten im Gedächtnis. Das beste Mittel dagegen ist das Wiederholen der Lerninhalte. Schon eine kurze Auseinandersetzung mit dem Lernstoff hilft, das Gedächtnis-Niveau hoch zu halten. Man muss sich also über Weihnachten sicherlich nicht Stunden lang hinsetzen und pauken. Selbst eine kurze Zeit hilft bereits die Dinge nicht komplett zu vergessen. Noch effektiver wird es, wenn man das Lernen durch spielerische Effekte attraktiv anreichert. Diese sogenannte Gamification führt dazu, dass man Vorlesungs- oder Schulinhalte besser verstehen und lernen kann.

Was man auch nicht vernachlässigen sollte, ist guter und erholsamer Schlaf. Diesen sollte man in den Ferien oder im Urlaub tendenziell doch eher bekommen. Dass man sogar im Schlaf lernen kann, mag manche verwundern. Der Schlaf ist jedoch essenziell um den Lernstoff ins Langzeitgedächtnis zu transportieren. Ein gutes Argument also dafür mal in den Ferien etwas länger im Bett zu bleiben.

Eine gute Mischung aus Lernen und Erholung

Also die Bücher und Notizen vor Weihnachten nicht einfach in die Ecke knallen. Selbst mit wenig Zeitaufwand einfach schon den Grundstein für spätere Aufgaben legen und so die Erfolge nach Weihnachten feiern. Aber natürlich ist Erholung und Entspannung genauso wichtig. Gerade in der Weihnachtszeit ist es unverzichtbar mal den Kopf ein wenig frei zu bekommen. Also nutzt auch diese Zeit dafür! Backt Kekse, nehmt euch Zeit für eure Familie und genehmigt euch mal den einen oder anderen Glühwein. 😉 Führt euch vor Augen, dass Lernen und Arbeiten zwar wichtig sind, aber noch lange nicht das Wichtigste im Leben. Hat man das vor Augen, lebt es sich, unserer Meinung, auch ein wenig leichter.

Auf diesem Wege wünscht das Team von Repetico euch allen eine besinnliche Weihnachtszeit, ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten und sicheren Rutsch ins neue Jahr.

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Gamification im Lernbereich

Bildquelle: Flickr, rledda82, http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/

Bildquelle: Flickr, rledda82, http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/

Spiele sind eine beliebte Freizeitbeschäftigung für viele Menschen. Man spielt mit der Familie oder Freunden und kann so abschalten und entspannen. Vor allem die Videospielverkäufe steigen seit Jahren immer weiter an. Deshalb wurde längst das Spielprinzip auf andere Bereiche übertragen, um die Vorteile des Spielens zu nutzen um Menschen anderweitig zum Lernen zu motivieren. Auf Neu-Deutsch wird das nun Gamification genannt. Wie Gamification im Lernbereich und vor allem im eLearning Anwendung findet, besprechen wir nun hier.

Gamification – eine Definition

Der Begriff Gamification beschreibt das Benutzen von spieltypischen Elementen und Prozessen, um spielfremde Prozesse (z.B. Arbeiten oder Lernen) motivierend zu gestalten. Das Ziel dabei ist eine erhöhte Motivation, Engagement und Interaktion der Nutzer zu erhalten. Die Logik dahinter basiert auf dem Belohnungsprinzip. Belohnungen werden für Erfolge verteilt und diese motivieren zum Weitermachen. Egal ob Punkte, Fortschrittsbalken, Levelanstiege, Preise oder das Erscheinen in einem High Score. Sie erfüllen alle den gleichen Zweck: die Motivation und das Engagement der Nutzer zu steigern. Des Weiteren sorgen Spiele für körperliche Auflockerung und idealerweise für eine soziale Integration, wenn mehrere Nutzer auf die gleiche Anwendung zugreifen können. Der Wettbewerb um Anerkennung mit anderen Nutzern des Spiels treibt die Menschen weiter an. Gamification bezeichnet also nicht das Entwerfen oder Erstellen eines Spiels, sondern die Ergänzung verschiedenster Applikationen durch eine spielerische Komponente um die Anwender zu begeistern. Dabei gibt es verschiedene Bereiche, in denen Gamification genutzt wird. So z.B. im Marketing zur Erhöhung der Kundenloyalität oder in der Weiterbildung von Mitarbeitern. Der Lernbereich ist in diesem Zusammenhang jedoch der beliebteste Anwendungsbereich für Gamification.

Warum funktioniert Gamification?

Verschiedene Studien kamen zu dem Schluss, dass Gamification tatsächlich einen positiven Einfluss besitzt. Dieser hängt jedoch stark von dem Kontext ab, in dem es genutzt wird und der Person, die die Anwendung verwendet. Vor allem im Online-Bereich eingesetzt, kann dem Anwender ein sofortiges Feedback gegeben werden. So lernt er oder sie Schritt für Schritt aus seinen Handlungen und erhält ein Gefühl von Autonomie und Kompetenz. Der auf diese Weise gelernte Stoff bleibt dem Nutzer nachhaltig im Gedächtnis. Aus diesem Grund ist Gamification ein wirksames Mittel um für das Lernen zu motivieren.

Die positiven Auswirkungen bestehen nun in einer erhöhten Motivation, einem höheren Engagement und mehr Spaß an Lerninhalten. Negativ kann dies aber ausschlagen durch einen höheren Druck im Wettbewerb mit anderen Nutzern oder der hohen Anfälligkeit zur Beeinflussung durch den Anbieter. Der soziale Druck besser zu sein als andere wird nicht von allen positiv aufgenommen. Der Anbieter eines Lernspiels kann je nach Konzept den Nutzer zu einer bestimmten Denkweise verleiten. Außerdem wird einem Anwender durch das Spielprinzip möglicherweise suggeriert nur noch durch eine extrinsische Motivation zu lernen. Die intrinsische Motivation, so behaupten einige, ginge dadurch verloren.

Des Weiteren ist noch anzumerken, dass Gamification nicht bei jeder Person gleich funktioniert. Wie bei so gut wie allem im Leben reagieren Menschen unterschiedlich auf die Reize einer spieltypischen Lernmethode. Zudem ist weniger mehr, wenn es um Gamification geht. Wird ein Anwender zu oft und zu stark von der Anwendung penetriert, verliert diese ihre motivierende Wirkung. Spieler werden abgestumpft und Belohnungen somit außer Acht gelassen. Aus diesem Grund sollten Spiele zur Lernförderung mit Bedacht eingesetzt werden.

Gamification im eLearning

Pro Jahr werden in Deutschland etwa 70 Millionen Videospiele verkauft. Die Umsätze dieser Industrie reichen heute schon über die 1 Milliarde € Marke. Prognosen schätzen den Verlauf weiter ansteigend. Darin enthalten sind Umsätze von rund 140 Millionen € für Online-Spiele und Browsergames. Durch die erhöhte Nutzung von Smartphones und Tablet-PCs verlagert sich nicht nur die Videospielbranche in den Online-Bereich, sondern auch der Lernbereich. Nun ist es interessant zu sehen, wie Gamification im eLearning angewendet werden kann.

Die Limitierung von eLearning besteht darin, dass es keine so hohe emotionale Interaktion und Engagement herstellen kann, wie ein Lehrer es persönlich könnte. Somit muss im eLearning der Nutzer durch andere Methoden stimuliert werden. Bei der Umsetzung sind 3 wichtige Elemente zu beachten: (1) Der Nutzer muss motiviert sein zu lernen und etwas anzugehen. (2) Der Nutzer muss die Fähigkeit besitzen die Aufgaben auch auszuführen und zu lösen und (3) braucht eine Art Auslöser, einen Call to action, um die Aufgabe tatsächlich spielerisch zu bewältigen. Ein Beispiel aus der Praxis wäre die Anwendung von Nike ID. Hierbei kann der Nutzer seinen Schuh individuell entwerfen und bekommt dafür Punkte zugeschrieben.

Das Prinzip der Gamification lässt sich nun auf das eLearning projizieren, indem man die Elemente auf diesen Bereich anwendet. Dabei ist es wichtig den Fokus auf verschiedene Aufgaben zu legen. Führt der Nutzer diese Aufgaben erfolgreich durch, erhält er Punkte dafür. Diese verschiedenen Auszeichnungen spiegeln sich dann im Status des Nutzers wieder. Ein ständiges Feedback über den Fortschritt erinnert den Anwender an seine Leistungen und motiviert ihn oder sie somit weiter zu lernen. Darüber hinaus ist es wichtig die Anwendung so sozial wie möglich zu gestalten. Durch eine höhere Anzahl an Nutzern steigt die Interaktion untereinander. Somit ist es auch möglich den Nutzer nicht nur für den akademischen Erfolg, sondern auch für soziales Verhalten zu belohnen. So könnte es Punkte dafür geben anderen Lernenden zu helfen, bei Fragen zu kommentieren oder Lernstoffe hinzuzufügen und zu teilen.

Hat man nun solch eine Anwendung eingerichtet, lässt es sich online noch sehr gut analysieren. Verschiedene Metriken helfen dabei den Erfolg und die Motivation der Nutzer zu messen. Sieht man sich die Seitenaufrufe pro Besucher, die Zeit, die auf der Seite verbracht wird, die Häufigkeit der Besuche oder die Partizipation der Nutzer an, lässt sich analysieren, ob die Anwendung tatsächlich erfolgreich zum Lernerfolg beiträgt.

Gamification – eine sinnvolle Ergänzung für (digitales) Lernen

Egal ob Schüler, Student, Auszubildender oder bereits Angestellter. Jeder Mensch muss sich weiterbilden und lernen. Viele tun sich jedoch schwer damit. Sie befassen sich in ihrer Freizeit lieber mit Spielen, denn die machen nun mal Spaß. Mit dem Prinzip der Gamification lassen sich aber die spielerischen Elemente mit den Lerninhalten verbinden. Setzt man es mit Bedacht ein, ist dies eine sinnvolle Methode das Lernen interessanter und spannender zu gestalten. Gamification hilft dabei die Motivation zum Lernen zu steigern und aufgrund des Feedbacks stimulierter zu lernen. Das eigene Engagement ist dabei ein sehr wichtiger Treiber.

Let’s play!

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Lernen im Schlaf

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Es ist die Idealvorstellung für alle Schüler, Studenten oder generell derer, die etwas lernen möchten. Einfach für Klausuren oder Prüfungen im Schlaf lernen. Unsere Zeit ist kostbar. Warum also nicht den Schlaf nutzen um zu lernen? Egal ob Vokabeln, wichtige Formeln oder die neuesten Vorlesungsinhalte. Aber funktioniert das überhaupt? Ja, sagen Hirn- und Schlafforscher. Welche Schlafphasen dabei wichtig sind und wie das Gehirn im Schlaf lernt, erfahrt Ihr hier.

Die Schlafphasen

Unser Schlaf durchwandert im Laufe der Nacht verschiedene Stadien. Zuallererst kommt die Einschlafphase, in der sich Muskeln und Atmung entspannen. Der gesamte Körper kommt zur Ruhe. Darauf folgt die zweite Schlafphase: der leichte Schlaf. Hier lässt die Muskelspannung weiter nach. Man ist jedoch noch nicht tief in Schlaf versunken und kann auch leicht wieder geweckt werden. Im Anschluss geht man in den Tiefschlaf über. In dieser Phase findet die eigentliche Erholung des Körpers statt. Es ist zudem sehr schwierig jemanden aus der Tiefschlafphase wieder aufzuwecken. Die vierte und letzte Phase ist der Traum- oder REM-Schlaf. REM steht für Rapid Eye Movement. In dieser Phase bewegen sich die Augen sehr schnell und das Gehirn ist sehr aktiv. Nach dem REM-Schlaf geht der Körper wieder in den leichten Schlaf über. Dieser Zyklus wiederholt sich pro Nacht mehrere Male, wobei die Dauer des REM-Schlafes in jedem neuen Zyklus immer länger wird.

Schlaf und Gedächtnis

Welche Auswirkungen hat nun also der Schlaf auf unsere Gedächtnisleistung? Studien zeigen, dass der Schlaf wesentlich dafür ist das Gedächtnis zu bilden. Alle Forscher, die sich mit der Thematik auseinandersetzen, kommen zu dem Ergebnis, dass während des Schlafens etwas passiert, das das Erinnerungsvermögen stärkt. Es konnte festgestellt werden, dass ähnliche Hirnaktivitäten während des Lernens am Tag und im Schlaf selbst vorhanden sind. Dabei trifft das Gehirn eine Auswahl dessen, was am Tag aufgenommen wurde. Die wichtigsten Informationen werden ins Langzeitgedächtnis übertragen, die unwichtigen dagegen nicht. Diesen Prozess nennen Hirnforscher Gedächtniskonsolidierung. Dabei wird dem Gehirn vorgespielt, dass die Inhalte abermals gelernt würden. Durch diese erneute Aktivierung verfestigen sich die Verbindungen im Gehirn und die zugehörigen Denkmuster. Dies kann zwischen einigen Stunden und Tagen dauern. Der richtige Schlaf führt also dazu bereits erlernte Informationen zu verarbeiten und sich diese zu merken. Insofern lernen wir tatsächlich im Schlaf. Nur welche Schlafphasen sind für welchen Lernstoff zuständig?

Wann lernt das Gehirn was?

Aufgrund diverser Studien kann man unterteilen welche Lerninhalte in welchen Schlafphasen am effektivsten gelernt werden. Generell lernt man nur in der Tiefschlafphase und dem REM-Schlaf. Für beide Phasen gibt es bestimmte Lernstoffe, die besser gelernt werden. So sind die Tiefschlafphasen für das deklarative Gedächtnis, also Faktenwissen und die Aufnahme neuer Informationen wichtig. Dies ist z.B. beim Lernen von Vokabeln relevant. Automatisierte Handlungsabläufe und emotionale Erlebnisse werden dagegen eher im Traumschlaf verarbeitet.

Der Tief- oder auch Deltaschlaf hat darüber hinaus zwei wichtige Aufgaben. Zum einen wird im Tiefschlaf das Gedächtnis konsolidiert. Zum anderen wird aber auch der Speicher des Gehirns wieder freigeräumt, damit neue Informationen aufgenommen werden können. Um diese Effekte optimal zu nutzen ist ausreichender Schlaf Voraussetzung. Eine Mindestdauer von sechs Stunden Schlaf wird hier als angemessen angesehen. Dabei ist es egal, ob in der Nacht oder auch mal mittags geschlafen wird. Wer länger schläft, lernt demnach vermutlich besser.

Darüber hinaus ist nicht nur die Art des Schlafes, sondern auch die Qualität von Bedeutung. Verfällt der Körper in einen unruhigen und schlechten Schlaf hat dies unmittelbare Folgen auf die Lernfähigkeit. Probanden einer Studie, die sich neue Informationen einprägen sollten, konnten diese nach unruhigem Schlaf schlechter wieder abrufen. Die Studienteilnehmer, die dagegen einen ruhigen und erholsamen Schlaf durchlebten, erinnerten sich deutlich besser. Dabei ist vor allem wichtig, ob die Person in den Tiefschlaf eintaucht. Sind die Phasen des Tief- und des Traumschlafs verkürzt, bleibt weniger im Gedächtnis hängen.

Weitere Studien haben gezeigt, dass die Methode per Ton z.B. Vokabeln im Schlaf zu lernen nicht funktioniert. Dutzende Anbieter versprechen, dass man nur eine CD vor dem Einschlafen einschalten muss und so die Inhalte im Schlaf gelernt werden. Dies ist jedoch nicht der Fall, da sich das Gehirn im Schlaf von äußeren Einflüssen abschottet. Um tatsächlich etwas zu lernen, muss man es sich also zumindest vorher angesehen haben.

Durch Schlaf zum Erfolg

Lernen im Schlaf ist nicht nur möglich, es ist sogar notwendig. Im Schlaf verarbeiten wir Informationen und Erlebnisse des Tages. Erst in den einzelnen Schlafphasen werden dann die wichtigen Inhalte ins Langzeitgedächtnis befördert. Wer also nur lernt und dabei den Schlaf zu kurz kommen lässt, riskiert das Erlernte gleich wieder zu vergessen. Eine gelungene Lerntaktik besteht somit aus beidem: Zeiten, in denen man lernt und in denen man schläft. Eine gesunde Mischung garantiert eine höhere Erfolgsquote. Also, lieber mal ausschlafen!

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Gelernt und vergessen – Ebbinghaus klärt auf

Kennt ihr das auch? Ihr hört gerade Musik und euch fällt auf, dass ihr ganze Songtexte von vor 15 Jahren auswendig mitsingen könnt. Ihr sitzt auf dem Sofa und könnt ganze Passagen eurer Lieblingsfilme mitsprechen. Ihr kommt abends nach Hause und überlegt was jetzt eigentlich in den Vorlesungen des Tages dran kam. Und ihr erinnert euch nicht mehr an alles! Eine Woche später könnt ihr kaum noch sagen, was der Professor erzählt hat. Wie kann es sein, dass man schon eine Stunde nach einer Vorlesung die Hälfte des Stoffs vergessen hat?  Warum bleibt also das eine länger im Gedächtnis als das andere?

Die Antwort dafür brachte ein Mann schon vor 130 Jahren. Viele Forscher haben auf seinen Ergebnissen aufgebaut. Hier ist die Geschichte des Mannes, der sich dem Mechanismus des Vergessens widmete.

Vergessenskurve nach Ebbinghaus

Der Psychologe Herrmann Ebbinghaus führte 1885 eine Studie durch um die Zeiträume zu ergründen, nach denen wir Inhalte vergessen. Diese Studie brachte hervor, dass wir bereits nach 20 Minuten 40% des Gelernten wieder vergessen haben. Mit zunehmender Zeit vergisst man natürlich immer mehr, jedoch lässt das Vergessen mit der Zeit nach. So können wir uns nach einer Stunde zumindest noch an 45% des Erlernten erinnern. Nach einem Tag bleibt nur noch ein Drittel hängen und nach einer Woche sind weniger als ein Viertel des Gelernten bekannt. Dr. Ebbinghaus hat dies durch Selbstversuche herausgefunden, indem er inhaltslose Wörter und Sätze auswendig lernte. Dazu gehörten Silben wie „bap“, „lue“ oder „kop“. Nach einer bestimmten Frist versuchte er dieses Erlernte wiederzugeben. Schon nach kurzer Zeit fiel ihm auf, dass er sich nur noch an einen Bruchteil dessen korrekt erinnern konnte.

Vergangene Zeit Anteil des Gelernten im Gedächtnis
20 Minuten 60%
60 Minuten 45%
24 Stunden 34%
6 Tage 23%
dauerhaft 15%

Hier erntet er jedoch auch Kritik, da seine Studien nur auf das Lernen zusammenhangloser Begriffe ausgelegt waren. Generell lässt sich sagen, dass gängige Wortzusammensetzungen besser im Gedächtnis verbleiben als zufällig zusammengesetzte Silben. So kam eine andere Studie von Christian Michel und Felix Novak zu dem Ergebnis, dass Prinzipien und Gesetzmäßigkeiten nach 30 Tagen erst zu 5% vergessen sind. Gedichte und Prosa bleiben zu 50% bzw. 40% im Gedächtnis. Trotz der an Ebbinghaus verrichteten Kritik sind seine Forschungen immer noch absolute Grundlagen in der Gedächtnisforschung. Somit wird er auch als ein Pionier auf diesem Gebiet angesehen.

Einige Faktoren können die Steigung der Vergessenskurve abmildern. Dazu gehören der thematische Kontext, Fähigkeiten, Talent und Interesse sowie der Lernkontext. Effektiv gegen das Vergessen sind diese jedoch alle nicht.

Wege effektiver zu lernen

Was hilft nun tatsächlich dabei erlernte Sachverhalte länger im Gedächtnis zu behalten? Durch vermehrtes Gedächtnistraining lässt sich gegen zu starkes Vergessen ankämpfen.

Generell bleiben Lernstoffe besser hängen, wenn sie klar und prägnant sind. Sind die Lerninhalte zu umfangreich verlieren wir den Überblick und können uns Zusammenhänge und Details schwerer merken. Auch das sog. „Mindmapping“, das von Tony Buzan entwickelt wurde, hilft dabei Erlerntes länger im Gedächtnis zu behalten. Dabei sollen die Gehirnhälften im Lernprozess miteinander verbunden werden. Dies geschieht besonders gut, wenn durch Kennwörter, Farben und Bilder eine visuelle Unterstützung stattfindet.

Die beste Form erlernte Stoffe dauerhaft zu behalten, besteht aber darin diese ständig zu wiederholen. Denn die Wiederholung ist die Mutter des Studierens. Durch ständiges Üben bleiben die Nervenverbindungen im Gehirn dauerhaft bestehen. Die Vergessenskurve wird durch das ständige Verknüpfen und Üben somit positiv beeinflusst. Die Wiederholung ermöglicht es die Lerninhalte ins Langzeitgedächtnis zu bringen.

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Doch aufgepasst: Wiederholen ist nicht gleich wiederholen! Mit massierten Wiederholungen im Anschluss an eine Lernphase können wir die Vergessenskurve nicht überlisten. Wer sich also erst kurz vor Klausuren und Prüfungen hinsetzt und alle Stoffe kurzzeitig wiederholt, erzielt keinen langfristigen Lernerfolg. Besser ist es einen Stoff so zu lernen, dass wir ihn gerade beherrschen. Danach legt man ihn am besten zur Seite. Nach geeigneter Zeit wird das Erlernte wieder hervorgeholt um es wieder auf das 100%-Niveau zu bringen. Führt man diese Schritte mehrmals durch verflacht sich die Vergessenskurve und das Erlernte bleibt länger im Gedächtnis. Eine gute Methode Lernstoffe durch häufiges Wiederholen besser ins Gedächtnis zu bringen, sind Karteikarten.

Keine Angst vor dem Vergessen

Das Vergessen wichtiger Lernstoffe ist ein wichtiges Thema für jeden Menschen. Dabei steht nicht nur das Bestehen der Klausur im Vordergrund, sondern geht auch darüber hinaus. Bleiben wichtige Lerninhalte dauerhaft in unserem Gedächtnis, haben wir es auch im Berufsleben leichter. Macht euch also keine allzu großen Gedanken darüber warum Songtexte besser bei uns haften bleiben als die letzte Vorlesung. Es hängt alles nur an der Wiederholung. Geht man einen Stoff oft genug durch, bleiben die Inhalte auch über die Klausur hinaus hängen. Schluss also mit „Bulimie-Lernen“ und „Procrastinating“! Der Weg zum Erfolg führt über ständiges Wiederholen mit angemessenen Pausen dazwischen.

Und zum Schluss könnt ihr euer eigenes Experiment durchführen. Versucht in einer Stunde nochmal die Inhalte dieses Artikels wiederzugeben. Ihr kriegt es nicht mehr 100% zusammen? Kein Problem! Der Artikel ist hier im Blog schließlich noch lange abrufbar.

Quelle Bild: http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/GEDAECHTNIS/Vergessen-Ebbinghaus.shtml © [werner stangl]s arbeitsblätter

Repetico auf der Didacta

Vom 16. bis 20. Februar findet die größte und wichtigste Bildungsmesse Europas in Köln statt. Die Didacta bietet einen Überblick über alle möglichen Themen zum Thema Bildung, von der Schulbildung bis Erwachsenenqualifizerung und Weiterbildung. Repetico ist dieses Jahr zum ersten Mal Aussteller und freut sich jeden Besucher willkommen zu heißen.

Unter dem Motto „Bildung ist Zukunft“ präsentieren sich rund 800 Aussteller aus 38 Ländern einem großen Publikum. Dabei stehen innovative Ideen im Bereich des Lernens im Vordergrund. Neben dem persönlichen Kontakt mit den zahlreichen Ausstellern stehen des Weiteren noch Foren, Vorträge, Kongresse, Workshops und Diskussionsrunden an.

Nach einigen anderen Messeauftritten ist Repetico dieses Jahr zum ersten Mal auf der Didacta vertreten. Mit der größeren Fokussierung auf die Schulbildung, wodurch bereits eine Kooperation mit dem Otto-Hahn-Gymnasium in Monheim zustande kam, ergibt sich der Fit auf der Didacta.

Dabei wartet Repetico mit einem eigenen Motto auf. Unter dem Motto „Zielgerichtet lernen“ hat jeder Besucher des Repetico-Standes die Möglichkeit beim Wurf auf eine Darts-Scheibe eine kostenlose Repetico PRO-Mitgliedschaft für einen Monat zu gewinnen. Genau wie beim zielgerichteten Lernen sind dabei Konzentration und punktgenaue Leistung gefordert.

Für weitere Informationen, auch zu Eintrittspreisen und Anfahrt, besuchen Sie www.didacta-koeln.de.